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Ein praktischer Leitfaden für deine erste Mehrtageswanderung | Fishermen's Trail

Geschrieben von: Alexandra Blum & Alex Korlath

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Was ist das Besondere an einer mehrtägigen Wanderung?

Birds eye view of man fishing at the beach
Alexandra Blum Visuals
A group of birds flying across the skye

Eine mehrtägige Wanderung, oder sagen wir, ein mehrtägiges Abenteuer, hat so viele Reize. Es beginnt mit der großen Frage: Was soll ich einpacken? Beim dritten Mal, wenn du deinen Rucksack neu packst, merkst du, was wirklich zählt und was du leicht zurücklassen kannst. Am Ende wird die Last überschaubar... naja, meistens. Irgendwie ist sie doch immer ein paar Gramm zu schwer.

A backpack for a multi-day hike
Alexandra Blum visuals

Auf einer langen Wanderung ist man ständig den Elementen ausgesetzt. Sonne, Wind, Regen, Staub oder hier in Portugal salzige Luft und Sand – all das gehört zum Erlebnis. Und genau das macht es so besonders. Schritt für Schritt bewegt man sich ohne Eile auf sein Tagesziel zu. Langsam, aber stetig. Es ist ein wunderbarer Kontrast zu unserem Alltag, wo alles gleichzeitig passiert.

Three images of a girl hiking, trail running shoes and a beach
Alexandra Blum Visuals

Auf dem Trail reduziert sich das Leben auf das Wesentliche. Ob man geht, radelt oder paddelt, man spürt seinen Körper intensiver als sonst. Muskeln, Sehnen und Gelenke, die man im Alltag kaum bemerkt, melden sich plötzlich zu Wort, aber erstaunlicherweise stellt sich der Körper schnell darauf ein. Alles wird leichter – oder vielleicht wird einfach der Rucksack leichter, weil der Essensvorrat schneller schrumpft als erwartet.


Langsames Reisen, ob zu Fuß, mit dem Paddel oder dem Pedal, gibt dir Zeit, wirklich zu beobachten. Die Landschaften, die Menschen, die Details, die sonst unbemerkt vorbeiziehen. Auf dem Fishermen's Trail sieht man Surfer mühelos Wellen reiten, Menschen, die sich um ihre Gärten kümmern, im Schatten rasten oder auf den Feldern arbeiten. Diese Szenen lassen einen über das Leben nachdenken, über die Gesellschaft, über unsere Welt in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Gravel road leading to the beach
Alexandra Blum Visuals

Und man ist nie wirklich allein. Unterwegs trifft man die unterschiedlichsten Menschen, jung, alt, Alleinreisende, Paare und Gruppen. Manche lieben es zu plaudern, andere nicken oder lächeln nur, aber alle haben etwas gemeinsam: das Gehen. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Tempo, sein eigenes Ziel. Das macht diese Begegnungen so besonders und immer wieder inspirierend.

Warum der Fishermen's Trail?

A colored pole marking the Fishermans trail
Alexandra Blum Visuals

Nach mehreren Abenteuern in nördlichen Regionen und der Schweiz wollten wir etwas Neues, eine andere Vegetation, wärmeres Wetter und eine neue Atmosphäre. Also begannen wir zu stöbern und stießen wieder auf den Fishermen's Trail, diesen legendären Küstenpfad in Portugal, den wir vor einiger Zeit in ein paar Videos gesehen hatten.


Wir kauften einen Wanderführer, blätterten ihn durch und wussten sofort: Das ist es! Die Mischung aus Meer, Klippen und Sonnenschein versprach eine völlig andere Art von Outdoor-Erlebnis.


Schon beim ersten Blick auf die Fotos konnte man fast die Wellen an den Klippen rauschen hören, mal sanft, mal kraftvoll. Dazwischen: bunte Blumen, hohe Schilfrohre, die die Wege wie natürliche Zäune säumen, Pinienwälder, Sanddünen und diese "fast" menschenleeren Strände, an denen man die Schuhe ausziehen und durchs Wasser waten kann. Der Reiseführer und die Videos haben definitiv nicht übertrieben, der Trail hält, was er verspricht. Und ja, das Gehen auf Sand verlangsamt einen wirklich, nicht nur den Geist, sondern auch die Beine.

4 natural shots from the fishers trail
Alexandra Blum Visuals

Unsere Pack-Challenge: Nur Handgepäck

Top shot of couple and their pack

Okay, ich gebe es zu, ich (Alexandra) war etwas zu optimistisch. Wir hatten einen EasyJet Flug mit nur Handgepäck gebucht. Maße: 45 × 36 × 20 cm. Klingt machbar, oder? Minimalismus fasziniert mich. Es hat etwas Befreiendes, leicht zu reisen. Aber… vielleicht haben wir es uns diesmal etwas zu schwer gemacht.


Fairerweise muss man sagen, wir haben diesmal nicht gezeltet. Wir übernachteten in Hostels und Pensionen, sodass wir Zelt, Schlafsack und Isomatte zu Hause lassen konnten. Trotzdem war es nicht einfach, alles in einen so kleinen Rucksack zu packen, besonders wenn man danach noch vier Tage Lissabon erkunden möchte, ohne wie Indiana Jones auszusehen oder zu riechen. Entschuldigung, Indy.

An overview of crucial parts of the pack for a multi-day hike
Alexandra Blum Visuals

Ehrlich gesagt haben wir beim Packen beide ein paar Mal geflucht, aber am Ende hat es überraschend gut geklappt, vielleicht weil wir Tetris-Meister geworden sind, oder vielleicht weil die EasyJet-Crew ein Auge zugedrückt hat, als wir an Bord gingen.


Rückblickend hätten wir ein paar Dinge zu Hause lassen können, und um ehrlich zu sein, würde sich selbst Indiana Jones in Lissabons buntem Stadtleben nahtlos einfügen. Solange man seine Sachen unterwegs gewaschen hat.

Was waren die Highlights?

Forest close to the beach in Portugal
Alexandra Blum Visuals
Two images of the fisherman trail
Alexandra Blum Visuals

Die vielen schönen Strände waren definitiv eines der Highlights. Es ist unglaublich, wie oft man auf dem Fischerpfad plötzlich das Meer erblickt, und das Beste daran war, dass wir uns mehrmals täglich abkühlen konnten. Man könnte meinen, dass es im Herbst zum Schwimmen zu kühl ist, aber das Gegenteil war der Fall. Tagsüber war es oft warm, und das Wasser war die perfekte Erfrischung zwischen den Kilometern. Wir sind überzeugt, dass der Atlantik und seine Wellen uns geholfen haben, uns schneller zu erholen.

A man standing at the beach
Alexandra Blum Visuals

Ein weiteres Highlight, wenig überraschend, war das Essen. Wir lieben gutes Essen und Trinken, und die kleinen Imbisse entlang des Weges waren Momente des puren Glücks. Nach vier Stunden Wandern in der Sonne, irgendwo mit einem alkoholfreien Bier und ein paar Snacks zu sitzen, fühlte sich wie Luxus an. Diese kleinen Pausen gaben uns genau den Energieschub, den wir brauchten, um Schritt für Schritt durch den Sand weiterzugehen.

Two beers and snacks
Alexandra Blum Visuals

Und wenn kein Café in Sicht war? Kein Problem. Dann kamen unsere NoNormal Kaffee Tuben zur Rettung.


Wir genossen sie auf alle möglichen Arten: klassisch heiß, kalt in einer Flasche geschüttelt oder manchmal mit einer Banane oder einem Pastel de Nata. Egal wie wir ihn hatten, diese kleinen Kaffeemomente wurden zu unserem geheimen Energieschub.

A guy preparing a cup of NoNormal Coffee
A hand squeezing NoNormal Coffee on a snack
A man preparing a cup of NoNormal Coffee at the beach

Ein weiteres Highlight war es, so viele wunderbare Menschen zu treffen, sowohl Mitwanderer als auch Einheimische. Der Fischerpfad zieht Menschen aus der ganzen Welt an, so trafen wir Italiener, Deutsche, Franzosen, Amerikaner und einen Briten, der mit seiner Familie in Portugal lebt. Wir sprachen über das Leben, die Natur und alles dazwischen. Es ist immer etwas Besonderes, auf dem Weg Kontakte zu knüpfen, über die verschiedenen Landschaften, Lebensstile, Blasen (ja, fast jeder hat sie) oder einfach über die Freude an der Reise zu plaudern.

A pair of hiking shoes
Alexandra Blum Visuals

Die Einheimischen waren herzlich und hilfsbereit, in Cafés, Pensionen oder einfach unterwegs auf dem Weg. Diese Begegnungen machen solche Reisen wirklich unvergesslich.


Und natürlich das Gefühl am Ende des Tages, nach einer langen Wanderung waren wir immer völlig erschöpft. Man fällt ins Bett, liest ein paar Seiten und schläft dann tief und fest, wie ein Stein (oder wie ein Baby in Wanderschuhen). Das ist die Schönheit dieser Abenteuer: Der Alltag rückt in den Hintergrund, und alles vereinfacht sich: bewegen, essen, schlafen und die Gedanken schweifen lassen.

Ein paar Socken hängen zum Trocknen
Alexandra Blum Visuals

Wir hoffen, dass die Fotos in unserem Blogbeitrag (Alexandra ist Fotografin und hat die gesamte Reise dokumentiert) dir einen Eindruck von diesem einzigartigen Wanderweg vermitteln und vielleicht auch ein bisschen Fernweh wecken.

Ein Surfer läuft über den Strand
Eine Gruppe von Wohnmobilen, die am Strand parken
Eine Gruppe von Kühen
Korkbaum
Alexandra Blum Visuals
Gruppe von Hütten am Strand

Was waren die Herausforderungen?

Anfangs war es ziemlich herausfordernd, lange Strecken im Sand zu gehen. Nach den ersten paar Kilometern fragten wir uns, ob dieser Weg wirklich eine gute Idee gewesen war, aber wie immer wurde es von Tag zu Tag besser.


Es ist ein bisschen wie das Gehen im Schnee: Jeder Schritt rutscht leicht, deine Energie verschwindet irgendwo zwischen Sand und Meeresbrise, und du hast das Gefühl, doppelt so hart zu arbeiten, um halb so schnell voranzukommen.


Auch unsere Füße meldeten sich zu Wort und bescherten uns ein paar Blasen als Souvenirs. Aber das war kein großes Problem, nichts, was uns aufhielt. Mit etwas Tape und Humor gingen wir einfach weiter, Schritt für Schritt, Sandkorn für Sandkorn.

Praktische Infos und Tipps

Der Fischerpfad ist für jedes Alter geeignet, solange man ein paar Dinge beachtet. Die Sandabschnitte fordern den Körper am meisten heraus. Selbst wenn man fit ist, merkt man schnell, dass Sand ein eigenes Workout ist. Wie bereits erwähnt, können ein paar Blasenpflaster, etwas Tape und leichte Gamaschen von unschätzbarem Wert sein. Es hilft auch, ein paar Wochen vor der Reise Waden und Schienbeine zu trainieren und einige Wanderungen mit einem schwereren Rucksack zu unternehmen. (Alexander ist Personal- und Athletiktrainer, daher konnte das A-Team diese Vorbereitung nicht auslassen!:))

Ein Wanderschuh mit Sandabdeckung
Alexandra Blum Visuals
Mann geht Treppen hinauf

Und vergiss nicht, dich im Voraus mit Wasser und Snacks einzudecken. Es gibt nicht auf jedem Abschnitt des Weges Cafés oder Geschäfte, und selbst im Oktober können die Temperaturen leicht 30 Grad erreichen. Schatten ist selten, daher ist regelmäßiges Trinken entscheidend.

Sanddüne
Alexandra Blum Visuals
Sonne scheint durch Bäume

Anreise

Um zum Startpunkt in Sines zu gelangen, kannst du ganz einfach einen Rede Expressos Bus nehmen. Von Lissabon fahren die Busse vom Sete Rios Terminal ab, und Tickets lassen sich einfach online buchen.

Vom Busbahnhof Sines gelangst du auf zwei Wegen zum offiziellen Startpunkt am Praia de São Torpes: entweder zu Fuß etwa 7 Kilometer (ein gutes Aufwärmtraining) oder mit einem Uber, um das Industriehafengebiet zu umgehen.

Verschiedene Bilder, die die Reise zum Fischerpfad zeigen
Alexandra Blum Visuals

Wir wanderten fünf Etappen des Weges und nahmen dann einen Rede Expressos Bus von Odeceixe zurück nach Lissabon. Die Busfahrt war super einfach, zuverlässig, erschwinglich und perfekt für müde Wanderfüße. Wenn du den gesamten Weg wandern möchtest, kannst du deinen Rückflug problemlos von Faro aus arrangieren.

In diesem Sinne wünschen wir dir deine eigenen aufregenden A-Team- oder Indiana Jones-Momente!


Viel Spaß beim Wandern,


Alex und Alex


www.alexandrablumvisuals.com

Alexandra and Alexander

Das A-Team | Alexandra & Alexander

Wir sind Alexandra und Alexander, seit zwölf Jahren ein Paar, leidenschaftliche Abenteurer und ja, mit demselben Namen gesegnet. Und nein, wir sind keine Spezialeinheit wie in der TV-Show Das A-Team... obwohl wir aus der Ferne, in unseren Wanderoutfits, manchmal ziemlich professionell aussehen – zumindest bilden wir uns das gerne ein.